Eine PV-Anlage prüfen lassen heißt bei uns, die ganze Anlage aus der Luft mit Wärmebild und Foto zu erfassen und die Befunde elektrotechnisch einzuordnen. Sie sehen danach, welche Module, Strings oder Verbindungen auffällig sind, wo sie liegen und wie dringend sie sind. Das hilft bei Ertragsverlust, vor der wiederkehrenden Prüfung und wenn der Versicherer nach Nachweisen fragt.
Warum ein Blick von oben
Viele Fehler an PV-Anlagen kosten über Monate Ertrag, ohne dass es jemand bemerkt. Das Monitoring zeigt oft nur, dass ein Wechselrichter oder ein String weniger liefert. Welches Modul, welcher Steckverbinder oder welche Zelle dahintersteckt, sieht man vom Boden aus nicht.
Im Wärmebild zeigt sich vieles davon. Ein Modul, das nicht richtig arbeitet, wird wärmer als seine Nachbarn. Aus der Luft erfassen wir die Anlage in einem Durchgang und vergleichen die Module miteinander. So wird aus einer Vermutung eine Liste mit konkreten Stellen. Wenn Ihre Anlage weniger Ertrag bringt als erwartet, ist die Befliegung oft ein sinnvoller erster Schritt.
Im Wärmebild unterscheiden wir vor allem diese Muster.
- Eine einzelne überhitzte Zelle, ein sogenannter Hotspot im Solarmodul. Ursachen sind etwa Zellbruch, Verschattung, Verschmutzung oder eine schlechte Lötstelle.
- Ein Drittel des Moduls ist gleichmäßig wärmer. Dann ist oft ein Teilstring kurzgeschlossen, häufig über die Bypassdiode.
- Ein ganzes Modul ist wärmer als die anderen. Es läuft ohne Last.
- Eine ganze Reihe ist gleichmäßig wärmer. Der String läuft ohne Last, etwa wegen Sicherung, Steckverbinder, Kabel oder Wechselrichtereingang.
- Steckverbinder und Anschlussdosen sind erwärmt. Das ist nicht nur ein Ertragsthema, sondern ein mögliches Brandrisiko.
So läuft der Einsatz
- Sie schildern uns Anlage und Anlass. Belegungsplan, Monitoringdaten oder Fotos helfen, sind aber kein Muss.
- Wir klären Geozonen, Zugang und Termin. Für aussagekräftige Wärmebilder braucht es eine Einstrahlung von mindestens etwa 600 W/m² auf die Modulebene, wenig Wind und kaum Wolken. Deshalb planen wir mit Wetterfenstern.
- Am Einsatztag befliegen wir die Anlage, während sie einspeist. Flughöhe und Blickwinkel wählen wir so, dass Reflexionen die Aufnahmen möglichst wenig stören, denn zu flache Winkel erhöhen die Reflexion.
- Wir werten die Aufnahmen aus, verorten die Auffälligkeiten im Belegungsplan und stufen sie nach Dringlichkeit ein.
- Sie bekommen Bericht und Daten. Auf Wunsch gehen wir die Befunde mit Ihnen oder Ihrem Fachbetrieb durch.
Was ein Wärmebild von der PV-Anlage zeigen kann und wo seine Grenzen liegen, beschreiben wir ausführlich im Ratgeber.
Was Elektroniker und Elektrokonstrukteure anders sehen
Ein Wärmebild zeigt eine warme Stelle. Ob sie harmlos ist oder gefährlich, ergibt sich erst aus dem Muster und aus dem Wissen, wie die Anlage elektrisch aufgebaut ist. Ein wärmeres Drittel im Modul hat eine andere Ursache als eine einzelne heiße Zelle. Eine ganze Reihe ohne Last führt eher zu Sicherung, Steckverbinder oder Wechselrichter als zu den Modulen selbst.
Unser Team kommt aus Industrie, Energie- und Gebäudetechnik. FLYX ist ein Geschäftsbereich der FISEKON GmbH, die seit 1998 Schaltanlagen und elektrische Anlagen für die Industrie konstruiert. Wir lesen ein Wärmebild deshalb als Hinweis auf einen Stromkreis und nicht nur als Bild. Sie bekommen keine Bilderflut, sondern eine Einschätzung, was dringend ist, was warten kann und wer sich darum kümmern sollte.
Grenzen und Zusammenarbeit
Ein Wärmebild zeigt, wo man messen muss. Die Ursache klärt die Messung. Die Befliegung ersetzt deshalb die Prüfverfahren nach DIN VDE 0100-600 oder DIN VDE 0105-100 nicht, sie ergänzt sie. Gewerblich betriebene Anlagen müssen wiederkehrend durch eine Elektrofachkraft geprüft werden, nach DGUV Vorschrift 3 in Verbindung mit DIN VDE 0105-100 und DIN EN 62446-1. Diese Prüfung mit ihren Messungen übernimmt Ihre Elektrofachkraft. Welche Pflichten für Ihre Anlage gelten, lesen Sie im Beitrag Muss eine PV-Anlage regelmäßig geprüft werden?
Auch Versicherer schauen genauer hin. Sachversicherer nehmen zunehmend Anforderungen an Errichtung, Instandhaltung und Prüfung von PV-Anlagen in ihre Verträge auf. Seit 1. Januar 2024 müssen Befundscheine bei VdS-Prüfungen elektrischer Anlagen angeben, ob vorhandene PV-Anlagen wiederkehrend nach DIN EN 62446-1 geprüft werden. Dafür gibt es die Klauselprüfung nach VdS 2871 und die vertiefte Prüfung durch VdS-anerkannte PV-Sachverständige nach VdS 3145.
Den Austausch von Modulen und andere Reparaturen übernimmt Ihr Installationsbetrieb. Wir verkaufen keine Module und keine Reparatur. Unser Befund sagt Ihnen, was ist, und nicht, was sich verkaufen lässt. Fachbetriebe, Prüfer und Sachverständige können mit unseren Daten direkt weiterarbeiten.
Was es kostet
Einen Pauschalpreis nennen wir nicht, weil sich Anlagen stark unterscheiden. Der Aufwand hängt vor allem von diesen Punkten ab.
- Größe und Aufbau der Anlage, also Zahl der Dachflächen, Ausrichtungen und Module
- Lage und Anfahrt von Harsewinkel aus sowie die Klärung des Luftraums
- Umfang der Auswertung, von der Übersicht bis zum Bericht mit Einordnung jedes Befunds
- Vorhandene Unterlagen wie Belegungsplan und Stringplan
Schildern Sie uns Ihre Anlage und den Anlass. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob eine Befliegung sinnvoll ist und was sie kostet. Nehmen Sie hier Kontakt mit uns auf.