Ratgeber · Photovoltaik

Thermografie der PV-Anlage. Wovon die Kosten abhängen und was Sie vergleichen sollten

Was eine Wärmebild-Befliegung der PV-Anlage kostet, hängt von Anlage, Standort, Wetter und Auswertung ab. Welche Punkte den Preis treiben und wie Sie Angebote fair vergleichen.

7 Min. Lesezeit · Stand 9. Oktober 2026

Was es kostet, eine PV-Anlage mit Wärmebild (Thermografie) prüfen zu lassen, hängt vor allem von Größe und Aufbau der Anlage ab, von Anfahrt und Wetter, von Zugang und Luftraum am Standort und davon, was am Ende im Bericht stehen soll. Einen festen Preis, der für jede Anlage passt, gibt es deshalb nicht. Wir nennen in diesem Beitrag bewusst keine Zahlen. Stattdessen zeigen wir, woraus sich ein Angebot zusammensetzt und wie Sie Angebote sinnvoll vergleichen.

Woraus setzt sich der Preis zusammen?

Ein Angebot für eine Wärmebild-Befliegung besteht im Kern aus drei Teilen.

  • die Vorbereitung, also Klärung von Luftraum und Zugang, Abstimmung des Termins und Sichtung der Unterlagen
  • die Anfahrt und die Befliegung vor Ort, bei passendem Wetter und laufender Anlage
  • die Auswertung mit Bericht, also Sichten der Aufnahmen, Verorten und Beschreiben jeder Auffälligkeit

Große Unterschiede zwischen Angeboten entstehen oft beim dritten Punkt. Ein paar farbige Wärmebilder sind schnell geliefert. Eine Befundliste, in der jede Auffälligkeit einem Modul zugeordnet, bewertet und eingeordnet ist, braucht deutlich mehr Zeit. Die Auswertung kann deshalb länger dauern als der Flug selbst.

Wie stark wirken Anlagengröße und Modulzahl?

Mehr Module bedeuten mehr Flugbahnen, mehr Bilder und mehr mögliche Befunde. Der Aufwand wächst aber nicht im gleichen Maß wie die Anlage. Vorbereitung, Anfahrt und das Grundgerüst des Berichts fallen auch bei einer kleinen Anlage an. Bezogen auf ihre Leistung sind kleine Anlagen deshalb meist teurer als große.

Neben der Zahl der Module zählt der Aufbau. Mehrere Dachflächen mit unterschiedlicher Ausrichtung brauchen oft getrennte Flüge, weil jede Fläche in einem passenden Winkel aufgenommen werden muss. Zu flache Blickwinkel erhöhen die Reflexion. Dachaufbauten, Lichtkuppeln und Verschattung machen die Auswertung aufwendiger. Lange, gleichförmige Modulreihen lassen sich dagegen meist zügig abfliegen.

Auch die gewünschte Detailtiefe spielt hinein. Je höher die Drohne fliegt, desto mehr Fläche passt auf ein Bild. Gleichzeitig verschwimmen kleine Muster wie ein einzelner Hotspot im Solarmodul. Wer Auffälligkeiten bis auf die Zelle sicher beurteilen will, braucht eine feinere Bildauflösung. Dafür fliegt die Drohne tiefer und braucht mehr Bahnen.

Warum beeinflussen Wetter und Anfahrt den Preis?

Ein aussagekräftiges Wärmebild entsteht nur unter bestimmten Bedingungen. Die Anlage muss in Betrieb sein und einspeisen. Die Praxis nennt mit Bezug auf die IEC TS 62446-3 eine Einstrahlung von mindestens etwa 600 W/m² auf die Modulebene, dazu wenig Wind und kaum Wolken. Solche Tage lassen sich nicht Wochen im Voraus festlegen.

Anbieter planen deshalb meist mit Zeitfenstern und stimmen den Flugtag kurzfristig ab. Kippt das Wetter, muss der Termin verschoben werden, im ungünstigen Fall erst nach der Anfahrt. Fragen Sie, wie ein Anbieter mit solchen Verschiebungen umgeht und ob dafür Kosten entstehen.

Die Anfahrt selbst ist ein fester Posten. Liegen mehrere Anlagen nah beieinander, etwa auf mehreren Hallen eines Betriebs oder bei benachbarten Höfen, lassen sich Termine oft bündeln.

Welche Rolle spielen Zugang und Luftraum?

Nicht über jedem Dach darf ohne Weiteres geflogen werden. § 21h LuftVO nennt Gebiete, in denen Drohnenflüge nur unter Bedingungen zulässig sind. Dazu gehören etwa die Umgebung von Flugplätzen, Kontrollzonen, Industrieanlagen, Bahnanlagen und Bundesfernstraßen sowie Wohngrundstücke. Je nach Lage braucht es eine Zustimmung oder eine Freigabe. Das kostet Vorlauf und Abstimmung.

Vor Ort zählen praktische Fragen. Gibt es einen sicheren Platz für Start und Landung? Läuft auf dem Gelände Werksverkehr, der abgesperrt oder abgestimmt werden muss? Braucht das Team eine Sicherheitsunterweisung oder eine Begleitung? Auf Industriegelände und bei eingezäunten Freiflächen ist das häufiger ein Thema als auf dem Dach eines Wohnhauses.

Welche Auswertung brauchen Sie?

Den Umfang der Auswertung bestimmen Sie am stärksten selbst. Die Spanne reicht ungefähr so weit.

  • eine Übersicht mit markierten Auffälligkeiten, ohne genaue Zuordnung
  • eine Befundliste je Modul mit Ort, Wärmebild, Foto, Beschreibung und Dringlichkeit
  • die Verortung im vorhandenen Belegungsplan oder, wenn es keinen gibt, ein neu erstellter Plan auf Basis eines Orthofotos
  • ein 3D-Modell oder Orthofoto der Anlage, etwa für eine Erweiterung oder die Dachsanierung
  • eine elektrotechnische Einordnung, welche Ursachen in Frage kommen und wo gemessen werden sollte
  • die Kombination mit einer Dachprüfung, wenn die Dachhaut rund um die Module gleich mit erfasst werden soll

Dazu kommt ein Posten, den keine Befliegung ersetzt. Die Messung an auffälligen Strings übernimmt eine Elektrofachkraft. Das Wärmebild zeigt, wo gemessen werden sollte. Die Ursache klärt die Messung. Diese Kosten entstehen beim Elektrobetrieb und gehören in eine ehrliche Gesamtrechnung.

Warum ist ein Preis pro kWp nur ein grober Anhalt?

Es liegt nahe, Preise in Euro pro Kilowatt Peak zu vergleichen. Für eine erste Einordnung ist das bequem, für einen fairen Vergleich aber zu grob.

  • Die Leistung allein verrät nicht, wie viele Module verbaut sind. Ältere Anlagen haben oft Module mit geringerer Leistung und brauchen für dieselbe Leistung mehr davon.
  • Zwei Anlagen mit gleicher Leistung können auf einem einzigen Hallendach liegen oder auf mehreren verwinkelten Dachflächen.
  • Feste Posten wie Anfahrt, Luftraumklärung und das Grundgerüst des Berichts hängen nicht von der Leistung ab.
  • Der Umfang der Auswertung taucht in der Kennzahl gar nicht auf.

Am ehesten taugt ein Preis pro kWp bei großen, gleichförmigen Anlagen. Bei Dachanlagen auf Gewerbe- und Landwirtschaftsgebäuden sagt die Leistungsbeschreibung meist mehr als die Kennzahl.

Worauf sollten Sie beim Vergleich von Angeboten achten?

Fragen Sie nach, was genau Sie bekommen. Diese Punkte helfen beim Vergleich.

  • Sind die Wärmebilder radiometrisch, enthalten sie also Temperaturwerte, die sich nachträglich auswerten lassen?
  • Werden Einstrahlung, Wind und Bewölkung beim Flug festgehalten?
  • Ist jede Auffälligkeit einem Modul zugeordnet, im Belegungsplan oder auf einem Orthofoto?
  • Gibt es zu jedem Befund Wärmebild, Foto, Beschreibung und Dringlichkeit?
  • Wer ordnet die Befunde fachlich ein, und mit welchem Hintergrund?
  • Bekommen Sie die Bilddaten oder nur einen Bericht als PDF?
  • Sind Luftraumklärung, Anfahrt und eine mögliche Wetterverschiebung im Preis enthalten?
  • Hat der Anbieter eine Haftpflichtversicherung für den gewerblichen Drohneneinsatz und die nötigen Nachweise als Fernpilot?

Achten Sie auch darauf, was genau angeboten wird. Ein Thermografie-Gutachten eines zertifizierten Sachverständigen ist etwas anderes als Wärmebildaufnahmen mit fachlicher Einordnung. Wir liefern Wärmebildaufnahmen aus der Luft und eine elektrotechnische Einordnung. Wenn Sie ein förmliches Gutachten brauchen, etwa in einem Streitfall, ist ein zertifizierter Sachverständiger zuständig.

Was ersetzt das Wärmebild nicht?

Die Thermografie ersetzt die Prüfverfahren nach DIN VDE 0100-600 oder DIN VDE 0105-100 nicht, sie ergänzt sie. Gewerblich betriebene PV-Anlagen müssen wiederkehrend durch eine Elektrofachkraft geprüft werden. Diese Prüfung mit ihren Messungen ist ein eigener Auftrag. Was dazugehört, steht im Beitrag Muss eine PV-Anlage regelmäßig geprüft werden?

Auch technisch hat das Wärmebild Grenzen. Feine Zellrisse zeigen sich darin oft kaum. Verfahren wie die Elektrolumineszenz erkennen solche Fehler genauer, sind aber langsamer und teurer. Was eine Befliegung zeigt und was nicht, beschreibt der Beitrag Wärmebild von der PV-Anlage.

Wann lohnt sich die Ausgabe?

Ob sich eine Befliegung rechnet, hängt vom Anlass ab. Bei einem konkreten Ertragsproblem verkürzt sie die Suche auf dem Dach. Wenn Ihre Anlage weniger Ertrag bringt als erwartet, lohnt es sich, vorher Wetter, Verschattung und Monitoring zu prüfen. Nach Sturm oder Hagel dokumentiert die Befliegung den Zustand der Module. Vor Ablauf der Gewährleistung hält sie fest, wie die Anlage aussieht. Und erwärmte Steckverbinder sind nicht nur ein Ertragsthema, sondern ein mögliches Brandrisiko.

Wie können Sie den Aufwand senken?

  • Stellen Sie Belegungsplan, Stringplan und Monitoringdaten bereit, falls vorhanden.
  • Nennen Sie den Anlass und was Sie mit dem Ergebnis vorhaben.
  • Benennen Sie eine Ansprechperson vor Ort und klären Sie den Zugang.
  • Bleiben Sie beim Termin flexibel, damit ein gutes Wetterfenster genutzt werden kann.
  • Fragen Sie, ob sich weitere Anlagen oder das Dach gleich mit erfassen lassen.

So unterstützen wir Sie

Wir befliegen Ihre PV-Anlage mit Wärmebild- und Fotokamera, verorten jede Auffälligkeit und stufen sie nach Dringlichkeit ein. Als Elektroniker und Elektrokonstrukteure ordnen wir die Befunde ein, damit Ihr Elektrobetrieb gezielt messen kann. Was Ihr Einsatz kostet, sagen wir Ihnen nach einem kurzen Gespräch über Anlage und Anlass. Mehr dazu unter PV-Anlage prüfen lassen, Ihre Anfrage erreicht uns über den Kontakt.

Quellen

Anfrage

Schildern Sie uns das Problem.

Wir sagen Ihnen ehrlich, ob wir es lösen können und was es kostet. Ein paar Sätze und, wenn vorhanden, ein Foto reichen für den Anfang.