Eine Dachinspektion mit Drohne zeigt die gesamte Dachfläche aus der Nähe, ohne Gerüst, Hubsteiger oder Begehung. Gut zu erkennen sind gebrochene oder verrutschte Ziegel, Risse, Blasen und offene Nähte in der Abdichtung, verstopfte Rinnen und Abläufe, stehendes Wasser, Bewuchs und Schäden an Anschlüssen. Am meisten bringt sie auf großen Flachdächern von Hallen und Gewerbebauten, sie eignet sich aber auch für Steildächer. Was unter den Ziegeln oder in der Konstruktion liegt, sieht sie nicht. Und die Reparatur ist danach Sache des Dachdeckers.
Was liefert eine Dachinspektion mit Drohne?
Je nach Auftrag entstehen bei einer Befliegung unterschiedliche Daten.
- hochauflösende Fotos, auf denen sich Nähte, Anschlüsse und einzelne Ziegel beurteilen lassen
- ein Orthofoto, also eine maßstäbliche Draufsicht der ganzen Dachfläche
- ein 3D-Modell mit Punktwolke, aus dem sich Flächen, Neigungen und Höhen ablesen lassen
- Wärmebilder, die auf Flachdächern unter passenden Bedingungen feuchte Bereiche in der Dämmung sichtbar machen können
Aus diesen Daten wird ein Befund. Jede Auffälligkeit bekommt einen Ort auf dem Dachplan, ein Bild, eine Beschreibung und eine Einschätzung der Dringlichkeit. Weil alle Aufnahmen datiert sind, lässt sich der Zustand später mit einer neuen Befliegung vergleichen.
Warum profitieren gerade Flachdächer von Hallen?
Hallendächer sind groß, vom Boden aus kaum einzusehen und nicht ungefährlich zu begehen. Lichtkuppeln und Lichtbänder sind oft nicht durchtrittsicher. Wer die ganze Fläche ablaufen will, braucht Zeit, einen sicheren Zugang und eine Absturzsicherung.
Aus der Luft lassen sich auf einem Flachdach unter anderem diese Punkte prüfen.
- Nähte, Stöße und Anschlüsse an Attika und aufgehenden Wänden
- Lichtkuppeln, Rauchabzüge, Lüfter und andere Durchdringungen
- Dachabläufe und Notüberläufe, stehendes Wasser und Bewuchs
- Blasen, Risse, Falten und mechanische Schäden in der Abdichtung
- Fangeinrichtungen und Ableitungen des Blitzschutzes, soweit von oben sichtbar
- Unterkonstruktion und Leitungsführung einer PV-Anlage
Mit dem Wärmebild kommt die Feuchte dazu. Nasse Dämmung speichert Wärme länger als trockene. Abends oder nachts nach einem sonnigen, trockenen Tag zeichnen sich feuchte Bereiche deshalb oft als wärmere Flächen ab. Das zeigt einen Feuchteverdacht, nicht die Fehlstelle in der Abdichtung. Wie es danach weitergeht, steht in den Beiträgen Flachdach undicht, aber wo? und Leckortung am Flachdach.
Was zeigt die Drohne am Steildach?
Auch bei Steildächern erspart die Drohne Leiter und Gerüst für den ersten Blick. Typische Prüfpunkte sind diese.
- Ziegel und Dachsteine, die gebrochen, verrutscht oder angehoben sind
- Ortgang und First, etwa lose Ortgangziegel, Firstziegel oder beschädigte Firstabdichtungen
- Kehlen, in denen sich Laub sammelt oder deren Bleche beschädigt sind
- Dachrinnen und Fallrohre mit Verstopfung, Durchhang oder losen Haltern
- Anschlüsse an Schornstein, Dachfenster und Gauben
- Schneefanggitter, Antennen und andere Aufbauten
Das Wärmebild hilft beim Steildach von außen meist wenig. Bei hinterlüfteten Ziegeldächern liegt zwischen Ziegeln und Dämmung eine belüftete Ebene. Was die Kamera an den Ziegeln misst, sagt deshalb kaum etwas über die Dämmung darunter. Hier sind die Fotos das wichtigste Ergebnis.
Wann ist eine Dachinspektion sinnvoll?
Nach Sturm und Hagel
Ein beschädigtes Dach sollten Sie nach einem Unwetter nicht selbst betreten. Melden Sie den Schaden zeitnah, dokumentieren Sie ihn und begrenzen Sie Folgeschäden. Die Drohne liefert datierte Bilder, ohne dass jemand aufs Dach muss. Worauf es dabei ankommt, steht im Beitrag Sturmschaden am Dach dokumentieren.
Als regelmäßige Dachkontrolle für Eigentümer und Hausverwaltung
Fachinformationen empfehlen, nicht begrünte Flachdächer ein- bis zweimal im Jahr und zusätzlich nach Unwettern zu inspizieren und zu warten. Eine fachgerechte Wartung kann außerdem als Nachweis gegenüber Versicherern dienen und bei Gewährleistungsfragen eine Rolle spielen.
Für Eigentümer und Hausverwaltungen gibt es noch einen zweiten Grund. Nach § 836 BGB haftet der Besitzer eines Grundstücks grundsätzlich für Schäden durch sich lösende Gebäudeteile, etwa herabfallende Ziegel, wenn die Ursache in mangelhafter Unterhaltung liegt. Die Haftung entfällt, wenn er die erforderliche Sorgfalt beachtet hat. Wer die Unterhaltung eines Gebäudes für den Besitzer übernommen hat, kann nach § 838 BGB in gleicher Weise verantwortlich sein. Regelmäßige, dokumentierte Kontrollen können helfen, die nötige Sorgfalt zu belegen. Was im Einzelfall verlangt wird und wer verantwortlich ist, regeln Gesetz und Verträge. Lassen Sie das im Zweifel rechtlich prüfen.
Die Drohne übernimmt dabei den Blick aufs Dach. Das Reinigen von Abläufen und Rinnen und kleinere Reparaturen bleiben Aufgabe des Dachdeckers.
Vor Kauf oder Verkauf
Der Zustand des Daches kann bei einer Gewerbeimmobilie ein erheblicher Kostenfaktor sein. Eine Befliegung dokumentiert ihn mit Datum und Bild. Sie ersetzt kein Gutachten, kann einem Sachverständigen aber als Grundlage dienen.
Vor der Montage einer PV-Anlage
Eine PV-Anlage bleibt viele Jahre auf dem Dach. Ist die Abdichtung schon deutlich gealtert, kann es sinnvoll sein, sie vor der Montage zu erneuern. Die Befliegung zeigt den Zustand und liefert gleich Flächen und Aufbauten für die Planung. Mehr dazu im Beitrag Dachaufmaß per Drohne.
Vor einer Sanierung
Wer Angebote für eine Sanierung einholt, braucht Zustand und Flächen. In NRW gilt seit dem 1. Januar 2026 die Pflicht zur PV-Installation auch bei der vollständigen Erneuerung der Dachabdichtung oder Dacheindeckung von Gebäuden mit mehr als 50 m² Nutzfläche. Reparaturen an Teilflächen fallen nicht darunter. Mehr dazu im Beitrag Solarpflicht in NRW bei der Dachsanierung.
Wo liegen die Grenzen der Drohne?
- Nur die Oberfläche. Unterspannbahn, Lattung, Dachstuhl und die Dämmung unter den Ziegeln sieht die Kamera nicht.
- Keine Schäden von innen. Feuchte Balken, Schimmel oder Schädlinge im Dachstuhl zeigen sich nur bei einer Begehung von innen.
- Kein Anfassen. Ob ein Ziegel fest sitzt, eine Klammer hält oder ein Blech lose ist, lässt sich auf Bildern nicht immer erkennen.
- Wetter. Starker Wind, Regen und Nebel verhindern den Flug. Für Wärmebilder muss die Oberfläche zusätzlich trocken sein.
- Wärmebild nur unter Bedingungen. Kiesschüttungen und Gründächer schränken die Aussage stark ein. Beheizte Räume oder Technik unter dem Dach erzeugen warme Flächen, die nichts mit Feuchte zu tun haben.
- Luftrecht. Über fremden Wohngrundstücken ist der Flug nach § 21h LuftVO in der Regel nur mit Zustimmung der Eigentümer oder Nutzungsberechtigten zulässig. In der Nähe von Flugplätzen oder Industrieanlagen gelten weitere Regeln.
- Kein Gutachten. Ursache und Schadenshöhe bewerten Sachverständige.
Wer repariert, was die Drohne findet?
Wir sind kein Dachdecker und reparieren keine Dächer. Wir zeigen, wo etwas auffällt, und schätzen ein, wie dringend es ist. Reparatur, Wartung und punktgenaue Leckortung übernimmt der Dachdecker oder ein spezialisierter Fachbetrieb. Mit Fotos, Dachplan und markierten Stellen kann er gezielt ansetzen, Material planen und entscheiden, ob er Gerüst oder Hubsteiger braucht.
Auch beim Wärmebild bleiben wir bei unserer Rolle. Wir liefern Wärmebildaufnahmen und eine elektrotechnische Einordnung, etwa wenn Blitzschutz oder Leitungen auf dem Dach betroffen sind. Ein förmliches Thermografie-Gutachten erstellen wir nicht, dafür ist ein zertifizierter Sachverständiger zuständig.
So unterstützen wir Sie
Wir befliegen Ihr Dach und liefern Fotos, ein Orthofoto, auf Wunsch ein 3D-Modell und bei Flachdächern unter passenden Bedingungen Wärmebilder. Jeder Befund ist mit Ort und Dringlichkeit beschrieben, damit Ihr Dachdecker direkt damit arbeiten kann. Mehr dazu unter Flachdach prüfen, Fragen beantworten wir gern über den Kontakt.