Ein Dachaufmaß per Drohne liefert die Geometrie eines Dachs als Punktwolke, 3D-Modell und Orthofoto. Daraus lassen sich Dachflächen, Neigungen, Ausrichtung, Trauf- und Firsthöhen sowie die Lage von Aufbauten ablesen. Für die Planung einer PV-Anlage ist das eine gute Grundlage, besonders bei großen Hallendächern oder wenn alte Pläne fehlen. Wie genau das Ergebnis wird, hängt vom Einzelfall ab. Statik und elektrische Planung ersetzt es nicht.
Warum ein verlässliches Dachaufmaß für die PV-Planung zählt
Wie viele Module auf ein Dach passen, entscheidet sich an Details. Lichtkuppeln, Lüfter, Rauchabzüge, Attika und Randbereiche nehmen Fläche weg. Abstände, etwa zu Brandwänden, ergeben sich aus dem Bauordnungsrecht und den Vorgaben des Planers. Wer mit falschen Maßen plant, bestellt zu viel oder zu wenig Material, oder die Belegung passt am Ende nicht zum Dach.
Bei Bestandsgebäuden stimmen alte Baupläne oft nicht mehr mit dem gebauten Zustand überein. Umbauten, nachgerüstete Aufbauten oder eine neue Dämmung tauchen darin häufig nicht auf. Ein aktuelles Aufmaß zeigt das Dach so, wie es heute ist.
Dazu kommt die Arbeitssicherheit. Ein Aufmaß mit Maßband auf einem Hallendach bedeutet Arbeiten mit Absturzgefahr, oft in der Nähe von Lichtkuppeln oder Dachrändern. Bei einer Befliegung muss dafür niemand aufs Dach.
Wie aus Luftbildern ein Aufmaß wird
Die Drohne fliegt das Dach in einem geplanten Raster ab und nimmt viele überlappende Fotos auf. Eine Software sucht in diesen Bildern gemeinsame Punkte und berechnet daraus ihre Lage im Raum. Dieses Verfahren heißt Photogrammetrie. Am Ende stehen diese Ergebnisse.
- Punktwolke. Sehr viele einzelne Messpunkte mit Lage und Höhe, aus denen sich Maße abgreifen lassen.
- 3D-Modell. Eine geschlossene Oberfläche, an der sich Flächen, Kanten und Höhen messen lassen.
- Orthofoto. Ein entzerrtes Luftbild senkrecht von oben, maßstäblich wie eine Karte.
Aus diesen Daten werden die Maße abgelesen, die für die Planung gebraucht werden. Die Daten lassen sich außerdem an Planer, Installateur oder Energieberater weitergeben, die damit in ihren eigenen Programmen weiterarbeiten.
Was die PV-Planung daraus bekommt
Für eine Photovoltaikanlage sind vor allem diese Angaben interessant.
- Größe der einzelnen Dachflächen
- Dachneigung und Ausrichtung zur Himmelsrichtung
- Trauf- und Firsthöhen, wichtig auch für Gerüst und Absturzsicherung
- Lage und Höhe von Aufbauten wie Lichtkuppeln, Lüftern, Schornsteinen und Antennen
- Attika, Dachränder und Dehnfugen
- Höhen von Nachbargebäuden, Bäumen und eigenen Aufbauten, die Schatten werfen können
- von außen erkennbare Wege für Kabel und mögliche Standorte für Technik
Das Orthofoto zeigt außerdem den sichtbaren Zustand der Dachhaut. Das ist mehr als ein Nebenprodukt. Eine PV-Anlage bleibt viele Jahre auf dem Dach. Ist die Abdichtung absehbar am Ende, kann es sinnvoll sein, zuerst zu sanieren und danach zu bauen. Die Beurteilung durch einen Dachdecker ersetzt das Luftbild aber nicht.
In Nordrhein-Westfalen kommt eine rechtliche Seite hinzu. Seit 1. Januar 2026 gilt die Pflicht zur PV-Installation auch dann, wenn die Dachabdichtung oder Dacheindeckung vollständig erneuert wird. Sie betrifft Gebäude mit über 50 m² Nutzfläche, Grundlage sind § 42a BauO NRW und die Solaranlagen-Verordnung NRW. Reparaturen an Teilflächen fallen nicht darunter. Mehr dazu im Beitrag Solarpflicht in NRW bei der Dachsanierung.
Wovon die Genauigkeit abhängt
Pauschale Genauigkeitswerte nennen wir bewusst nicht, weil sie vom Einzelfall abhängen. Entscheidend sind vor allem
- die Flughöhe und damit die Auflösung der Bilder,
- die Positionsbestimmung, also vermessene Passpunkte am Boden oder eine präzise Positionsbestimmung der Drohne,
- das Objekt selbst, denn glatte, gleichförmige oder spiegelnde Flächen sind für die Photogrammetrie schwieriger als strukturierte Oberflächen,
- Wetter und Licht, etwa harte Schatten oder Wind.
Vor dem Einsatz klären wir deshalb, wofür die Daten gebraucht werden. Für eine Vorplanung oder ein Angebot gelten andere Anforderungen als für eine Ausführungsplanung. Bei Maßen, auf die es besonders ankommt, empfiehlt sich ein Abgleich mit Kontrollmaßen vor Ort.
Was ein Dachaufmaß per Drohne nicht leistet
Ein Aufmaß aus der Luft zeigt Oberflächen. Einige Fragen der PV-Planung beantwortet es nicht.
- Statik. Ob das Dach die zusätzliche Last der Module trägt, beurteilt ein Tragwerksplaner. Das Aufmaß liefert ihm die Geometrie, nicht die Tragfähigkeit.
- Aufbau des Dachs. Konstruktion, Dämmung und Leitungswege im Gebäude sieht die Drohne nicht.
- Elektrische Planung. Netzanschluss, Leitungsführung im Gebäude und Schutzkonzept plant der Fachbetrieb, der die Anlage errichtet.
So läuft das Aufmaß ab
- Anfrage. Sie schildern Gebäude, Zweck und vorhandene Unterlagen wie Lagepläne oder alte Baupläne.
- Vorbereitung. Wir prüfen Luftraum und Umgebung. Liegt das Gebäude etwa an einer Industrieanlage, neben Wohngrundstücken oder in einer Kontrollzone, können Zustimmungen oder Freigaben nötig sein. Diese klären wir vor dem Flug.
- Befliegung. Der Zeitbedarf richtet sich nach Dachgröße, Form und Wetter. Bei Regen oder starkem Wind wird verschoben.
- Auswertung und Übergabe. Sie erhalten Punktwolke, 3D-Modell, Orthofoto und die abgelesenen Maße in Formaten, die wir vorher mit Ihrem Planer abstimmen.
Wie das bei einem größeren Objekt aussehen kann, zeigt das Fallbeispiel Aufmaß eines Gewerbeobjekts. Wer die Daten über die PV-Planung hinaus nutzen möchte, etwa für die Bestandsdokumentation, findet mehr im Beitrag Digitaler Zwilling für Bestandsgebäude.
So unterstützen wir Sie
Wir erstellen Dachaufmaße per Drohne und liefern Punktwolke, 3D-Modell, Orthofoto und die für Ihre Planung wichtigen Maße. Wir verkaufen keine Module und planen keine PV-Anlagen, die Daten gehen an Ihren Planer oder Installateur. Mehr dazu finden Sie unter 3D-Aufmaß und Bestand. Ihr Projekt können Sie uns über das Kontaktformular schildern.